Instrumente und ihre Frequenzbereiche

Oct 22, 2018

In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen wie die Frequenzverteilung verschiedener Instrumente aussehen kann. Besonders bei sehr ähnlichen Frequenzanteilen bestimmer Instrumente wird deutlich, dass hier im Mix Probleme von Überlagerung und Überbetonung entstehen können.

Gerade aus disem Grund ist es auch schon in der Vorproduktion die Aufgabe des Arrangeurs oder Produzenten, dafür zu sorgen, dass sich nicht zu viele Instrumente im gleichen Frequenzbereich tummeln. Im verlinkten Video erkläre ich die Klangeigenschaften der Frequenzbereiche am Praktischen Beispiel.

Bass & Bass-Drum
Fangen wir mit dem Fundament einer jeden (oder fast jeden) Mischung an, der Bass-Drum Die Frequenz für den Grundton der Bass -Drum liegt (je nach Modell) zwischen 250 und ca. 500Hz, hier hören wir den eigentlichen, charakteritischen Kesselklang des Instruments. Bei ungefähr 2-3 bis 5 kHz findet man die hochmittigen Frequenzen des Schlägelanschlages.

Da es sehr viele unterschiedlich Snaredrum-Modelle gibt, können diese, auch abhängig vom Kesselmaterial stark variieren. Dennoch kann man sagen dass sich die Snare-Grundtöne meist um die 120-280Hz tummeln. Der eigentliche Kesselklang ist meist zwischen 300-800Hz beheimatet. Das Rascheln des Snareteppichs findet sich um die 5-6kHz der Anschlagston meist bei um die 2kHz.

Die Grundtonfrequenzen eines 4-bündigen E-Basses liegen bei ca. 41 bis etwa 392 Hz. Im unteren Mitten Bereich (300-800Hz) definiert sich der eigentlich Klangcharakter des Instruments üner die wichtigen Obertöne – hier hören wir Wärme und Fülle. Hochfrequente Saitengeräusche und der “Slap” finden sich ab 2 kHz bis ca. 4 kHz. Morgen machen wir uns an Teil zwei der Frequenzbilder von einzelnen Instrumenten.

Gitarren
Kommen wir jetzt zu den Instrumenten, die im Frequenzfeld weiter oben anschließen. Da wäre als erstes Die E-Gitarre, die Frequenzen der Grundtöne der E-Gitarre reichen hinunter bis zu 140 Hz. Fülle und Bauch liefern bei diesem Intrument 200-500 Hz. Schärfe und Aggressivität bekommt man bei um die 1,5 und 3 kHz und bei 4-5 kHz findet man Glanz.

Bei der Akkustikgitarre findet man die Grundtöne der tieferen Saiten bei etwas 80-120 Hz. Hier sollte man eingreifen wenn man nach einem runden und vollen Sound strebt. 200-300 Hz verstärken den Bauch, die feinen, hochfrequenten Anschlagsgeräusche liefert der Bereich zwischen 2 und 5 kHz.

Klavier/Flügel
Das Klavier oder der Flügel entwickeln einen satten und vollen Klang bei etwa 80-160 Hz. Möchte man den Anschlag oder “Punch” des Instruments herausheben sollte man in der Gegend um 2,5 und 7 kHz suchen. Achtung, wenn man es hier zu sehr übertreibt erhält man den typischen “Honky-Tonk-Piano-Klang”. Über 7 kHz kann man den Klang des Flügels mit feiner Brillanz veredeln.

Streicher
Einen warmen, voluminösen Klang bei Streichern realisiert man im Bereich von 200-300 Hz. Die filigranen Anstrichgeräusche spielen sich bei zwischen 7 und 12 kHz ab. Erscheinen die Streicher in einem Mix beispielsweise zu präsent, kann man dem entgegensteuern, indem man diesen Bereich etwas absenkt. Die Vocals entwickeln ihre Fülle und sonore Wärme im Frequenzbereich um etwa 100-140 Hz.

Vocals
Der Bereich zwischen 200 und 400 Hz verursacht, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Gesangsstimmen oft ein undeutliches Dröhnen in der Stimme und ist somit ein Kandidat für eine EQ-Absenkung. Sprachverständlichkeit und Klarheit liegen bei ca. 3-5-kHz. Die ungelieben Zischlaute und rauschhaften Sibilanten sind im Bereich um die 7-11 kHz zu finden, Glanz und Brillanz lassen sich durch 12-16 kHz kontrollieren.

Natürlich lassen sich diese Frequenzangaben nur als ungefaire Orientierung verstehen.  Deswegen sollte man bei der Bearbeitung von Frequenzverläufen im Mix auch grundsätzlich immer seine Ohren als Referenz nehmen und niemals eine Frequenztabelle. Wichtiger noch aber als Frequnztabellen und EQ-Bearbeitung ist die möglichst klare, klangliche Vision, die man von einem Song hat und zwar bevor man das erste plug-in in den Kanalzug lädt. Erst dann sollte man eine zielgerichtete Veränderung am Frequenzbild vornehmen.

Hier findest du ein Video, in dem ich die Klangeigenschaften einzelnen Frequenzbereiche erkläre:

 

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